Die Medina
Auch diese Nacht war trotz niedriger einstelliger Temperaturen ziemlich viel Trubel auf der Straße – der Tagesablauf zu Ramadan ist schon etwas gewöhnungsbedürft.
Kurz vor neun Uhr machten wir uns auf den Weg, um uns die Medina, den historischen Stadtkern von Tunis, anzusehen. So zeitig waren die meisten Gassen noch relativ menschenleer und es waren auch nur wenige Geschäfte in den Souks geöffnet.


Da wir aber sowieso zunächst einige Sehenswürdigkeiten ansehen wollten, passte das. Leider nur nimmt man es hier mit den Öffnungszeiten nicht ganz so genau. Nur weil etwas 9 Uhr aufmachen soll, heißt es noch lange nicht, dass das auch passiert.


So kamen wir zwangsweise viel schneller als gedacht zu unserem dritten Ziel, dem Café Panorama, was aber ein Glücksfall war. Wie der Name sagt, hat man von dessen Dachterrasse eine wunderbare Aussicht über die große Moschee. Und wir erwischten genau die einzigen zehn zusammenhängenden Minuten des Tages, an welchen die Sonne schien. Außerdem waren wir die einzigen Besucher. Aufgrund des Ramadan wurden wir nur um ein Trinkgeld für den Besuch gebeten, da ja nichts im Café serviert wurde. So kamen wir auch um den überteuerten Tee, den es hier sonst gibt – wobei das eigentlich auch egal gewesen wäre – man bezahlt ja letztendlich einfach nur die Aussicht und die war super.


Mittlerweile machten auch immer mehr Geschäfte auf, die Gassen füllten sich mit Menschen und auch die Sehenswürdigkeiten öffneten ihre Tore. Wir sahen uns einen der historischen Paläste, Dar Lasram, und das königliche Mausoleum, Tourbet el Bey, an.





Zwischendurch und im Anschluss legten wir natürlich einiges an Strecke in den Souks zurück. Da hier aber niemand aufdringlich ist, war das recht angenehm.


Gegen Mittag, als wir schließlich erstmal wieder zum Hotel liefen, wurde das Gedränge in einigen Gassen allerdings dann doch recht viel.
Nach der Mittagspause fuhren wir nach Sidi Bou Said, einen Vorort am Meer, welcher für seine weiß-blauen Häuser vor dem türkisfarbenem Meer bekannt ist. Letzteres war heute bei Bewölkung und wiederkehrenden Regenschauern zwar nicht zu erwarten, aber etwas Besseres hatten wir nicht zu tun – also machten wir uns auf den Weg. Der Verkehr aus Tunis heraus war schrecklich. Zum Glück machts mir manchmal aber auch durchaus Spaß, wenns auf der Straße etwas chaotisch zugeht. In Sidi Bou Said spazierten wir eine reichliche Stunde umher. Die Häuser und die Aussicht waren auch trotz des Wetters sehr sehenswert. Außerdem waren wir mal wieder ziemlich allein unterwegs. Auf dem laut Reiseführer immer vollen Touristenparkplatz stand nicht mal eine Hand voll Autos.







Im Anschluss hielten wir nochmal kurz am Hafen des Ortes, verzichteten aber aufgrund des Wetters, mittlerweile war es auch noch ziemlich stürmisch geworden, auf einen größeren Spaziergang.

Die Rückfahrt nach Tunis war nun das genaue Gegenteil der Hinfahrt. 17 Uhr ist gerade die Zeit, zu der sämtliche Straßen wie leergefegt sind.
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