Karthago

Karthago

15. März 2026 0 Von Bandanar

Frühstück gibts im Hotel auch trotz Ramadan, wobei wir es sowieso fast noch vor Sonnenaufgang geschafft hätten. Danach führte uns der erste Weg zum Auto. Dort angekommen, mussten wir erstmal den Parkplatzwächter wecken. Unser Auto war anscheinend das einzige über Nacht auf dem Parkplatz und auch ansonsten war, obwohl mittlerweile schon 8 Uhr, noch nichts los. Jetzt fuhren wir erstmal zum Flughafen, denn ich hatte mittlerweile die Nachricht bekommen, dass unser Rucksack in Tunis angekommen wäre. Vom Flughafenparkplatz bin ich schnurstracks in die Ankunftshalle spaziert. Da war tatsächlich auch gleich ein Lost&Found Durchgang zu finden, welcher zu den Gepäckbändern führte. Und da wurde ich gleich fragend mit „Lufthansa?“ begrüßt. Unser Rucksack stand da in guter Gesellschaft von ungefähr noch 30 weiteren Gepäckstücken. Kurz Namen und Gepäcknummer verglichen und schon gings wieder zurück zum Auto. Nach zehn Minuten war die Sache erledigt. Glücklicherweise war der Abstecher zum Flughafen kein allzu großer Umweg zu unserem heutigen Ziel: die Ruinen von Karthago. Über ein recht großes Gebiet verteilt finden sich verschiedene Ausgrabungsstätten. Am zentralen Parkplatz angekommen, waren wir das einzige Auto. Entweder lag es an der Uhrzeit, am Wetter, am Ramadan, am Sonntag oder an einer Kombination von allem, aber allzu viele schienen sich heute nicht für die Ruinen zu interessieren – wir waren das einzige Auto hier.

Gähnende Leere

Die folgenden vier Stunden sahen wir uns eine Auswahl verschiedener Stätten an. Wir wählten das römische Theater, die Antoniusbäder, Mosaiken, das Amphietheater, das alte Aquädukt, die Zisternen und die Festung Byrsa bzw. das, was von alldem noch übrig war. Das war eine ganz abwechslungsreiche Mischung, reichte dann aber auch.

Rest einer Statue
Römisches Theater
Antoniusbäder
Mosaiken verschiedener Tiere
… die auch mal erlegt werden
Zisternen
Aquädukt
Hat auch was mit Wasserversorgung zu tun
War mal ein Amphitheater
Von den Rängen ist nichts mehr übrig
In den Katakomben
Byrsa
Saint Louis Kathedrale
Blick von Byrsa auf den Punischen Hafen

15 Grad mit Wind und kurzen Regenschauern trugen ihr übriges dazu bei, dass wir am frühen Nachmittag erstmal wieder zurück zum Hotel bzw. erstmal dem uns zugewiesenen, nun proppevoll gefüllten Parkplatz, fuhren. Nach einer kleinen Pause gingen wir schließlich nochmal zu Fuß los. Das Verkehrschaos war wieder in vollem Gange und auch als Fußgänger geht es da alles andere als flüssig vorwärts. Zunächst schoben wir uns zum und im zentralen Markt durch. Gefühlt ganz Tunis war hier gerade Fisch kaufen.

Viele verschiedene Fische
Tintenfisch und Garnelen
Viele Oliven
Viele Schnecken
Eingelegtes Gemüse
Datteln

Über weitere kleine Marktstraßen und schließlich die große Avenue Habib Bourguiba entlang, liefen wir weiter zum großen Uhrturm und dem nicht weit entfernten, mittlerweile ruinösen Hotel de Lac. Die Form dieses ehemaligen Prunkbaus ist dennoch noch immer spektakulär.

Theater
Uhrturm
Hotel de Lac

Das reichte uns dann letztendlich auch schon für heute und wir beschlossen den nicht all zu langen Rest des Nachmittags wieder im Hotel zu verbringen. Auf dem Balkon sind wir da ja auch mittendrin, obwohl es nach 17 Uhr eigentlich gar kein mittendrin mehr gibt. Denn dann leeren sich die Straßen wie auf einen Schlag. Wahrscheinlich wollen alle zum alltäglichen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang pünktlich zu Hause sein. Bis dahin wollten wir nicht warten, und so holte ich uns schon vorher Pizzas. Es ist letztendlich ja nicht so, dass alle Restaurants tagsüber geschlossen hätten. Es isst nur niemand irgendwo sichtbar und take-away passt da natürlich auch immer.

In der Pizzeria

Mal sehen, ob das Leben auf der Straße auch heute nochmal erneut beginnt. Zumindest füllte sich gestern Abend gegen acht der Platz vorm Hotel wieder mit reichlich Menschen und bis mindestens Mitternacht war ordentlich was los.

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