Unterwegs auf dem Inkatrail
Normalerweise ist die Hiking Tour über den offiziellen Inkatrail schon Monate im Vorraus ausgebucht. Aufgrund der aktuellen Situation hatten wir das Glück noch kurzfristig eine Vier-Tage, Drei-Nächte-Tour buchen zu können und das obwohl Peru die Anzahl zugelassener Wanderer momentan halbiert hat. Die Route beginnt auf 2720 m Höhe und endet am vierten Tag nach 42,5 km in Machu Picchu auf 2400 m Höhe. Klingt erstmal ganz entspannt, allerdings sind auf der Strecke zwei Pässe mit 4250 m und 4000 m zu überwinden. Außerdem sind die noch von den Inka gepflasterten Wege und angelegten Stufen nicht immer der angenehmste Untergrund zum wandern. Und auch die kalten Nächte bei Temperaturen knapp über Null im Zelt versprechen wenig Erholung.
Das sollte uns allerdings nicht abhalten das Ganze in Angriff zu nehmen. Und da wir eine private Tour ohne andere Teilnehmer gebucht hatten, haben wir noch eine kleine Änderung einplanen lassen. Wir wollten bereits am Nachmittag des dritten Tages das Sun Gate, den Aussichtspunkt über Machu Picchu erreichen, da zu dieser Tageszeit das Risiko, dass man aufgrund von Wolken nichts sieht, geringer ist. Normalerweise erreicht man diesen Punkt nach einem extrem zeitigen Aufbruch erst am vierten Tag früh morgens.
Los ging es um halb fünf Uhr morgens, als wir von unserem Guide im Hotel in Cusco abgeholt wurden. Von hier fuhren wir zunächst zu einer Art Lager von Llama Path: Das ist der Touranbieter, bei dem wir gebucht hatten. Hier stiegen fünf Träger sowie der Koch zu und das gesamte Equipment, von Zelten bis zur Verpflegung wurde eingeladen. Auch unser persönliches Gepäck, welches wir tagsüber nicht brauchen würden, wurde hier auf die Träger verteilt. Hierfür sind maximal 8 kg pro Person inkl. Schlafsack und Isomatte gestattet. Alles andere muss man selbst tragen.
Weiter fuhren wir nun erstmal bis Ollantaytambo, wo wir zum Frühstück in einem kleinen Restaurant hielten. Da wir so zeitig nur einen Kaffee brauchten war der Stopp nicht allzu lang und wir erreichten nach weiteren 20 Minuten Fahrt den offiziellen Startpunkt des Inkatrail.

Gegen 7:15 Uhr waren wir mit der Registrierung fertig und los gings.

Die ersten 8 km folgten wir auf recht ebenen Pfaden dem Urubamba Fluss entlang. Viele Kakteen säumten den Weg und wir passierten die erste Inka Ruine.




Irgendwann überquerten wir den Fluss und hielten an einer kleinen Ansammlung von Hütten für die Mittagspause.
Ab hier änderte sich das Profil des Weges schlagartig. Die weiteren 10 km ging es stetig bergauf durch den Wald.

Die Besiedlung hörte auf und die Ausblicke auf die Berge wurden eindrucksvoller. Nach vier Stunden erreichten wir unsere Campsite Llulluchampampa, bis zu welcher wir an diesem Tag nun knapp über 1000 Höhenmeter zurück gelegt hatten. Leider war unser Trägerteam anscheinend noch nicht so in Schwung und wir mussten erstmal eine Stunde auf nicht verschwitzte Wechselsachen warten. Nachdem sie aber einmal angekommen waren, ging alles sehr eingespielt vonstatten. Die Zelte wurden aufgebaut und der Koch machte sich an die Arbeit. Gegessen wurde schließlich in einem recht geräumigen Küchenzelt. Gegen 19 Uhr war der Tag dann auch schon vorbei und wir quälten uns durch eine kalte Zeltnacht.


Der nächste Tag begann 6 Uhr morgens. Eine halbe Stunde war Zeit um Tagesgepäck und Aufgabegepäck zu sortieren, eine weitere halbe war zum Frühstück eingeplant und danach starteten wir die zweite Etappe. Das erste Stück des Weges hatte es gleich in sich, denn es ging weitere 450 m hinauf bis zum Dead Woman’s Pass auf 4250 m. Im unaufgewärmtem Zustand war das recht schweißtreibend.



Hatten wir am Vortag gar keine weiteren Wanderer getroffen, so begegneten wir heuten einigen vereinzelten, welche mit anderen Anbietern unterwegs waren. Zusammen mit all den Trägern waren damit schon einige Personen auf dem Trail, aber die meiste Zeit waren wir dennoch allein unterwegs.

Vom Dead Woman’s Pass führte der Weg erstmal wieder abwärts bis zum Pacaymayu Camp, wo unsere Träger bereits mit warmen Getränken auf uns warteten. Deren Arbeit kann man eigentlich gar nicht genug würdigen. Während wir früh einfach aufbrechen konnten, mussten sie noch die Zelte abbauen, uns überholen, und vor unserer Ankunft alles wieder aufbauen. Und bis auf den ersten Abend hat das immer bestens geklappt.

Nach der Mittagspause stand heute gleich der zweite Pass mit 4000 m Höhe auf dem Programm.


Mit letzter Kraft schleppten wir uns da hinauf, bevor es schließlich wieder 400 m bergab und danach weitere 4 km im stetigen auf und ab bis zu unserem zweiten Camp, Phuyupatamarca, ging. Waren wir zunächst größtenteils in eher karger Landschaft, umgeben von großartigen Bergpanoramen unterwegs, so wandelte sich die Umgebung fortschreitend zu andinem Bergwald.



Natürlich passierten wir während des Weges auch wieder mehrere Inkastätten, welchen wir jeweils Kurzbesuche abstatteten.


Am Camp angekommen, wurden wir zu unserer Freude von einigen Lamas empfangen und die Zelte standen auch schon. Auf 3680 m erwartete uns aber leider wieder eine recht kalte Nacht.



Am heutigen dritten Tag stand uns ein langer Abstieg von 1700 m auf einer Strecke von ca. 12 km bis zum Ort Aguas Calientes bevor. Nach der gleichen Prozedur wie am Vortag machten wir uns wieder 7 Uhr auf den Weg. Alten Inkastufen folgend ging es sofort steil bergab und wir passierten zunächst die Phuyupatamarca Ruinen.



Bis dahin folgten uns auch noch einige Lamas, welche dann jedoch das frische Gras auf den Inkaterrassen unserer Gesellschaft vorzogen. Je tiefer wir kamen, desto dichter wurde der uns nun umgebene Regenwald.

Als nächstes erreichten wir den ersten Höhepunkt der Tagesetappe, die Ruinen von Winay Huayna. Sowohl die riesigen Terrassen selbst, als auch der Ausblick auf Berge und Regenwald waren sehr beeindruckend.




Wir schlängelten uns die Terrassen hinab und ein kurzes Stück weiter erreichten wir die gleichnamige Campsite zur Mittagspause.
Mittlerweile waren wir nur noch auf 2680 m. Hatten wir uns in größerer Höhe noch über jeden wärmenden Sonnenstrahl gefreut, suchten wir uns zur Siesta nun ein schattiges Plätzchen.
Das nächste Ziel war nun bereits das Sun Gate, Eintrittstor und Aussichtspunkt über Machu Picchu. Der Weg dahin hatte zur Abwechslung auch wieder einige kurze, steile Anstiege zu bieten, unter anderem die 50 sehr alten und damit sehr ungleichmäßigen „monkey steps“.

Egal ob bergab oder bergan, in diesem Moment haben wir beides gehasst. Aber auch dieses Hindernis brachten wir hinter uns und hatten kurze Zeit darauf den ersten, wie erhofft wolkenfreien Ausblick auf Machu Picchu. Es ist einfach beeindruckend, wie die Ruinen dieser Inkastätte zwischen die sie umgebenden Berge eingebettet sind.



Wir ließen uns Zeit die Eindrücke wirken zu lassen, ehe wir uns schließlich zum finalen Abstieg bis hinab nach Aguas Caliente aufmachten. Dabei tangierten wir bereits den zentralen Bereich der Ruinen, jedoch war es uns heute noch nicht gestattet diese zu besichtigen. Endlose Stufen ging es hinab, bis wir endlich mehr als eine Stunde später mit schmerzenden Knien das Tal erreichten. Hier folgten wir für weitere zehn Minuten dem Urubamba Fluss zur offiziellen Campsite von Aguas Caliente.


Diese liegt ruhig und schön gelegen, mehrere Kilometer außerhalb des Ortes und wir waren die einzigen Camper am heutigen Tag. Hiermit hatten wir nun die überaus abwechlungsreichen und sehr empfehlenswerten, wenn auch häufig sehr anstrengenden, 44,5 km des Inka Trails bereits bezwungen. Nun freuten wir uns auf einen entspannten nächsten Tag mit der geplanten Besichtigung von Machu Picchu.
Herrliche Aufnahmen und Kommentare! Und manches kommt mir noch bekannt vor!
Wir haben allerdings den „InkaTrail“ mit der Bahn gemacht und das war auch ein besonderes Erlebnis.
Und es reichte uns der Weg rauf zu den Ruinen, denn die Luft ist wirklich sehr dünn.
Zum Frühstück gab es immer Kokablätter Tee, der hat ein wenig geholfen.