Von Brazzaville nach Norden

25. Februar 2020 0 Von Bandanar

Pünktlich um 6 Uhr morgens waren wir wie empfohlen am Flughafen, um den Flug um 8 Uhr nach Ouesso über Ollombo zu nehmen. Als zehn vor acht dann endlich das check-in begann, stand am Schalter nur noch Ollombo und wir erfuhren, dass evtl. 15 Uhr noch ein Flug nach Ouesso gehen würden. Mit etwas Mühe fanden wir jemanden der neben Französisch auch Englisch sprach und unseren Abholservice in Ouesso vom WCS (Tierschutzorganisation die u.a. den Nouabale Ndoki Park verwaltet) per Telefon informierte. Mit dem gesamten Gepäck hatten wir nun auch keine Lust zurück in die Stadt zu fahren und begaben uns etwas ratlos in die Cafeteria am Flughafen um sechs Stunden Zeit tot zu schlagen. Netterweise wurde unser Problem allerdings innerhalb des WCS weitergegeben und nach einer Stunde erschien plötzlich ein Fahrer, welcher uns mit in deren Büro nach Brazzaville nahm. Dort riet man uns, besser nicht darauf zu hoffen, das es tatsächlich einen Nachmittagsflug geben wird. Und da die nächste Alternative erst ein Flug am Freitag wäre, wurde uns vorgeschlagen in einem WCS Auto mitzufahren, was heute sowieso Richtung Ouesso aufbricht. Der Haken an der Sache war, dass die Fahrt zwei Tage dauert und wir zu sechst plus reichlich Gepäck unterwegs wären. Allerdings bot sich so auch die Chance etwas mehr vom Kongo zu sehen und wir sagten zu. Halb zwölf war schließlich alles verstaut (unsere Rucksäcke auf dem Dach), wir quetschten uns ins Buschtaxi und los gings.

Zunächst brauchten wir ewig, ehe wir aus Brazzaville heraus waren. Gefühlt eine Stunde lang bot sich immer ein solches Bild:

Verkehr in Brazzaville

Nachdem wir die Stadt hinter uns hatten, folgte im Wechsel Asphalt und üble Schlammpiste. Das Straßenschild mit der Aufschrift ‚Ouesso 800 km‘ war auch nicht sonderlich motivierend.

Straße, Kongo
Straße, Kongo
Transport, Kongo
Straße, Kongo

Die Fahrt an sich war dann aber eigentlich weniger schlimm als befürchtet. Zwar war die meist savannenartige Landschaft nicht sonderlich sehenswert, dafür das Leben am Straßenrand umso mehr.

Straßenmarkt, Kongo
Straßenmarkt, Kongo
Straßenmarkt, Kongo

Egal wie groß oder klein ein Ort ist, auch wenn es sich nur um eine einzelne Wellblechhütte handelt, verkauft wird immer was: von Holzkohle über Früchte bis zu Möbeln gibts auch mitten im Nirgendwo alles. Ein größeres Problem war allerdings die Treibstoffbeschaffung, denn die ersten vier Tankstellen, welche wir anfuhren, hatten alle keinen Diesel mehr. Schließlich wurde unser Fahrer allerdings noch fündig, was jedoch ein längeres Anstellen hinter LKW bedeutete.

Da unser WCS Auto an den zahlreichen Polizei-Checkpoints aber immer sofort durchgewunken wurde, haben wir es letztendlich noch bis pünktlich vor Sonnenuntergang zum Zwischenziel Oyo geschafft und ‚freuen‘ uns schon auf die morgige zweite Etappe.

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